“Der Traunsee verliert eine Institution: Das Moaristidl sperrt für immer zu. Umwidmung eingeleitet!

“Das Moaristidl am Gmundner Traunseeufer ist eine Institution und eine der berühmtesten Jausenstationen im Salzkammergut.”

(Quelle: OÖNachrichten, 05.02.2018)

Interessante Fakten:

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

Foto: Johann Prangl

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich
Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

Von Erzherzogin Maria Theresia ( 1717 – † 1780)  gab es die Lizenz zum Flaschenbierverkauf.

(Gemälde von Martin van Meytens, um 1752)

Am 9. November 1963 bekommt Josefa Gasperlmayr die Liegenschaft geschenkt.
Gesamtfläche 1.233 m2. Widmung: Grünland best. Betrieb (Gasthaus) des Gastgewerbes im Grünland (bis höchstens 150 Sitzplätze) 

Am 9. November 2015 übergibt die 79-jährige Wirtin, nachdem sie die Jausenstation Jahrzehnte lang verpachtet hat, die Liegenschaft an Ihren Sohn, dem Amtstierarzt der BH Gmunden.
Dieser wohnt am Traunsee-Ufer nur 1 km von der Jausenstation entfernt.

Quelle: Übergabevertrag

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich
Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

12. Januar 2016

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

Quelle: OÖNachrichten

Innerhalb kurzer Zeit sperrten in der Traunseestadt sechs Gastronomiebetriebe zu.

Freisitz Roith, Restaurant Schiff, der Wirt in der Au und zweimal der Hacklwirt: Gmunden verliert ein Wirtshaus nach dem anderen. Mit der Jausenstation Moaristidl am Fuß des Traunsteins hat es jetzt auch einen Betrieb erwischt, der zwar klein ist – aber trotzdem weit über Gmunden hinaus bekannt. Das Wirtspaar Simon und Christine Linschinger hat seinen Pachtvertrag gekündigt. Wie es mit dem Haus weitergeht, ist völlig offen…

…Roman Gasperlmayr, Amtstierarzt auf der Bezirkshauptmannschaft Gmunden und Besitzer des Hauses, bedauert die Entscheidung seiner Pächter, hat aber auch Verständnis. “Das Geschäft ist unter den gegebenen Voraussetzungen schwierig”, sagt er.

Gasperlmayr sucht jetzt neue Pächter und weiß zugleich, dass es auch Nachfolger des sympathischen Wirtspaares nicht einfach haben werden. “Langfristig wären Investitionen nötig”, sagt er. Sie selbst zu tätigen, hat für den Amtstierarzt keinen Sinn. Nach seiner Pensionierung will er das Moaristidl ohnehin als Privathaus nutzen, der Gastronomiebetrieb hat also in jedem Fall ein Ablaufdatum.

21. April 2016

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

Quelle: salzi.at

05. Februar 2018

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

Der Besitzer des Hauses musste nicht lange nach einem Nachfolger suchen. „Innerhalb kürzester Zeit bewarben sich zwölf Leute bei mir “, sagt er.

Quelle: OÖNachrichten

27. April 2018

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

25. Juli 2019

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

Meint Herr Gasterlmayr damit seine Mutter, die die Jausenstation geschenkt gekriegt hat und ihm diese 2015 überschrieben hat? Diese Liegenschaft ist seit Jahrhunderten! als Jausenstation angelegt worden, eine Umwidmung hat ihm bis dorthin nie jemand in Aussicht gestellt. Widmung: Grünland best. Betrieb (Gasthaus) des Gastgewerbes im Grünland (bis höchstens 150 Sitzplätze)!

27. Dezember 2019

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

“Restriktive Raumplanung von Gmunden?!”

Gibt es die wirklich?!

16. April 2020

Kurz nach dem CORONA-Lockdown vor der kompletten Aufhebung  der Ausgangsbeschränkungen (30.04.2020) tagt der Gemeinderat.

Punkt 21 der Tagesordnung:

Beratung und Beschlussfassung über eine Änderung des Flächenwidmungsplanes bzw. Umwidmung der Liegenschaft Traunsteinstraße 343 “Moaristidl” von dzt. Grün-land best. Betrieb (Gasthaus) des Gastgewerbes im Grünland (bis höchstens 150 Sitz-plätze) in Bauland-Dorfgebiet – Einleitung des Verfahrens. 

Bgm. Mag. Krapf lässt nach Diskussion über den Antrag abstimmen. 

Beschluss: mehrheitlich genehmigt 

Fürstimmen: ÖVP – Krapf, Schlair, Höpoltseder, Apfler, Schönleitner, Schneditz-Bolfras, Andeßner, Thallinger, Bamminger, Bergthaler, Weichelbaumer, Attwenger, Löberbauer, Reiter; BIG – Kaßmannhuber, Hausherr, Hecht

Gegenstimme: GRÜNE – Sperrer

Stimmenthaltungen: FPÖ – Enzmann, Trieb, D. Fritz, Porstendörfer und R. Fritz, SPÖ – Auer, Held, Medl

“Was ist mit der restriktiven Raumplanung und dem Spreizen passiert?!”

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

Lobbying durch die Strassenbahn-Partei und den Tourismus Jäger

Opposition versucht vergeblich zu argumentieren:

GR DI Fritz (FPÖ) stellt klar, dass man sich mit dieser Umwidmung automatisch auch gegen eine Gastronomie an diesem Ort ausspricht. Er bringt den geschlossenen Gastronomiebetrieb Steinmaurer in Erinnerung, der sich nun – wahrscheinlich aufgrund von Bequemlichkeit – der Zimmervermietung widmet und weist darauf hin, dass die Landschaft rundum die Jausenstation Moaristidl Erholungsgebiet in einzigartiger Lage ist, dieses Grundstück aufgrund des unverbaubaren Seeblicks wohl „erste Adresse“ wäre und somit eine enorme Wertsteigerung vorliegt. Weiters hält er fest, dass der jetzige Eigentümer diese Liegenschaft als Jausenstation erworben (GESCHENKT bekommen hat! Anm.) hat und ihm auch nie eine Umwidmung in Aussicht gestellt wurde. GR DI Fritz hofft, dass jetzt nicht leichtfertig dieser Umwidmung zugestimmt wird und unter Umständen Grenzen rundum geschaffen werden. Weiters muss auch die Absicherung des Weges gegeben sein, da die Gemeinde später darauf keinen Zugriff hat. 

Er verweist nochmals auf das Erholungsgebiet „Unterm Stein“ und auf die Gäste und Wanderer, die bewirtet werden wollen. 

GR DI Fritz stellt klar, dass die Gemeinde nach der Umwidmung keine Kontrolle mehr darüber hat, was mit der Liegenschaft passiert, denn auch wenn der Besitzer jetzt Eigenbedarf anführt, wird in vielen Fällen eine Wertsteigerung dazu genützt, um folglich an einen Bestbieter zu verkaufen. Als positives Beispiel betreffend Gastronomie führt er die „Seewiese“ am Altausseer-See an, welche nach einem Umbau durch einen Investor Qualität bietet. Dieses Potential wäre – natürlich mit Investitionen – auch bei dieser Liegenschaft vorhanden. GR DI Fritz stellt nochmals klar, dass man sich mit der Umwidmung gegen eine Gastronomie ausspricht. 

Da die FPÖ für die Beibehaltung einer Jausenstation ist, wird sich die FPÖ der Stimme enthalten. 

GR DI Sperrer (Grüne) führt aus – Die Grünen sprechen sich aus folgenden zwei Punkten gegen eine Umwidmung aus: 

1. Es ist unverständlich, dass eine Tourismusgemeinde nicht alle ihre Möglichkeiten einsetzt, um für wichtige Tourismusstandorte zu kämpfen. 

2. Es handelt sich hier ganz klar um eine raumordnerische Fehlentscheidung, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Liegenschaft ein sehr wertvoller Zweitwohnsitz sein wird. Die Angebote werden hier sicherlich sehr lukrativ sein. 

Nach Anfrage von GR DI Sperrer, was GR DI Kaßmannhuber mit „rundherum ist Dorfgebiet“ meint, da er vorhin das Wort „nördlich“ erwähnt hat, erklärt dieser, dass in der Traunsteinstraße überall Dorfgebietswidmung vorliegt. 

GR DI Fritz informiert, dass diese Jausenstation von einer „Grünland-Widmung“ umgeben ist, nicht unmittelbar an eine „Dorfgebiet-Widmung“ anschließt und zwischen der nördlichen Widmung „Dorfgebiet“ und der Jausenstation ein einzelnes Grundstück liegt. Es ist daher bei einer Umwidmung auch zu berücksichtigen, dass Begehrlichkeiten von anderen Grundstücksbesitzern kommen werden. 

In der Folge ergibt sich eine Diskussion zwischen StR. DI Kaßmannhuber und GR DI Fritz über die Absicherung des dort verlaufenden Weges. StR. DI Kaßmannhuber hält fest, dass dieser Weg vertraglich abgesichert werden wird. (Ob sich Herr Cheesy persönlich darum kümmern wird?)

Auch Cheesy’s Tierarzt-Stassenbahn-Kollege scheint mehr zu wissen:

GR Dr. Hecht meint, dass der Eigentümer dieses Grundstück nicht erworben hat, um jetzt eine Wertsteigerung zu erzielen. (Der Eigentümer hat es geschenkt bekommen, wie zuvor seine Mutter) Er informiert, dass dieses Grundstück seit Jahrzehnten in Familienbesitz ist, als Jausenstation geführt wurde und nun offensichtlich nicht mehr verpachtet und gewinnbringend geführt werden kann. (der Besitzer gab den OÖNachrichten gegenüber an: “Innerhalb kürzester Zeit bewarben sich zwölf Leute bei mir” auch die Pächter geben an überrascht worden zu sein!)  Er findet es daher weit hergeholt, hier die Bequemlichkeit eines Besitzers in den Raum zu stellen. (Ist es weit hergeholt?) Der Besitzer möchte in Gmunden wohnen (der Besitzer wohnt bereits 1 km von der Liegenschaft entfernt) und er wird auch nicht allzu große Veräderungen an der Liegenschaft durchführen (hat der Besitzer das dem Herrn Hecht versprochen?). Er meint, dem Besitzer sein Wohnrecht im eigenen Haus zu verwehren, kommt fast einer Enteignung gleich. (Die Liegenschaft ist seit je her als “Grünland best. Betrieb (Gasthaus) des Gastgewerbes im Grünland (bis höchstens 150 Sitzplätze)” gewidmet, dem jetzigen Besitzer wurde auch nie eine Umwidmung in Aussicht gestellt!)

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

Quelle: Jausenstation Moaristidl – Facebook

Vzbgm. DI (FH) Schlair hält als Obmann des Tourismusausschusses fest, dass es ihm wichtig wäre, eine Gaststätte, wie das Moaristidl, zu erhalten. Er hat jedoch die Erfahrung gemacht, dass dies nicht so einfach ist, denn auch bei der renovierten „Zahler-Alm“ (hier wird das “Moaristidl” mit einer neugebauten Betonkiste (die neben der Traunsteinstraße seit Jahren leer steht) verglichen, dazu siehe unten ein Gastkommentar auf salzkammergut-rundblick.at und OÖNachrichten “Unterm Stein wird fleißig gebaut”) findet sich kein Pächter. Es ist daher auch bei der Jausenstation Moaristidl verständlich, dass der Besitzer nicht investieren will, da eine Verpachtung unsicher ist. Er glaubt, dass die Stadt nun das Beste daraus machen muss. Er will auf jeden Fall nicht, dass entlang eines Wanderweges eine verfallene Immobilie steht und dieser Punkt sollte ebenfalls bedacht werden. 

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

Das Gebilde ist so unattraktiv ausgefallen, dass sogar auf Google Maps das Verkaufsschild zu sehen ist. Copyright: Google

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

Auch sonst sorgt die aktuelle Situation “Unterm Stein” für schlechte Stimmung bei der Bevölkerung. Quelle: OÖNachrichten

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich
Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

BG Stefan Krapf ÖVP (r.) und sein Stellvertreter Wolfgang Schlair ÖVP (Mitte) beraten über den Tourismus „Unterm Stein“, Finanzreferent & VKB Kommerzkundenbetreuer Thomas Höpoltseder ÖVP (l.) ist auch dabei. Foto: Stadtgemeinde Gmunden

Für Alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich
Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich
Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

“Weiß irgend jemand, was nächstes Jahr ist? Oder 2015? Von 2020 reden wir erst gar nicht.”

(Quelle: Gmundl, “Gmunden stirbt” 21. November 2011)

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich
Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich

In Oberösterreich sticht Gmunden mit fast 16 Prozent Leerstand negativ heraus. Dort ist aber nicht nur die Konkurrenz des Online-Handels und der Einkaufszentren an den Stadträndern schuld, wie überall im stationären Handel. Dort schwächen auch die vielen Zweitwohnsitze und Verkehrsprobleme die Kaufkraft für die Kaufleute im Zentrum.

Quelle: OÖ Nachrichten 21.02.2019

Gmunden Nachrichten Fakten Korruption Oberösterreich