DER BAUWAHNSINN! Teil 2

TEIL 2

In den letzten 12 Monaten erreichten uns über 150 Emails! zum Thema “Der Bauwahnsinn” in Gmunden.
Einzelfälle, Hinweise, Leserbriefe und vieles mehr. Nach bestem Wissen und Gewissen wurden Recherchen angefertigt. Bitte um Verständnis, dass die Redaktion nicht allen Hinweisen nachgehen konnte. Einige Highlights wollen wir in unserer mehrteiligen Beitragsreihe veröffentlichen.

Bürgermeister: Stefan Krapf (ÖVP) seit 26. November 2014
Amtsleiter: Heimo Pseiner*seit 2011
Bauabteilung: Günter Laska*seit 2005
Einwohner: 13.226 (1.9.2013) – 13.203 (1.1.2021) 

*”die Torhüter” – aber das ist eine eigene Geschichte…

Örtliches Entwicklungskonzept der Architekten Hinterwirth mit fast allen fertiggestellten, laufenden und geplanten Baustellen der Ära BG Stefan Krapf

7

Esplanade 18 

2 Eigentumswohnungen

VORHER

Quelle: Werbevideo des Bauträgers

NACHHER

Interessant?! Trotz Einspruchs der Nachbarn und rechtlicher Schritte wurde hier, ohne die Gerichtsentscheidung abzuwarten, ein Haus mit enormen Baumängeln hingestellt. Bauamt und Amtsleiter (Torhüter Laska & Pseiner) weigerten sich die von den Anwälten verfassten Beschwerden ernst zu nehmen. Besonders heikel: unter der Erde befinden sich 3 alte 10.000 Liter Öltanks die nie ordnungsgemäss entsorgt wurden. Bei der Finanzierung hatte der Erbauer trotz magerer Finanzzahlen keine Probleme, die Frau Gemahlin bekam einen Kredit in 6-stelliger Höhe. Im oberen Stock zogen Bauherr und Familie selbst ein,  die Wohnung im EG versucht die Immo-Abteilung der Bank (bereits bekannt aus dem Beitrag: “Ein Schnäppchen am See”) seit geraumer Zeit zu verkaufen. Bis dato erfolglos… 

8

A.-v.-Satori-Straße 19 und 19 a – Hinter der Bezirkshauptmannschaft

Mit diesem Projekt möchte man die Bevölkerung überraschen, denn die Gemeinde und das Bauamt halten sich ganz bedeckt.

Jahrelang haben sich die Nachbarn, eine ehemalige Ministerin,  ein Asamer-Anwalt und Assamers Immobilien-Intimus gegen das Projekt erfolgreich gewährt. Nun soll man sich geeinigt haben. Der Asamer-Immo-Profi, der in der Villa hinter dem geplannten Bauareal das Penthouse bewohnt und mittlerweile bei der Energie AG beschäftigt ist, hat im Jahr 2020 mit seiner Partnerin (siehe Punkt 11) eine private Immo-Firma ins Leben gerufen. In einer anonymen Email wurde der Redaktion mitgeteilt, dass offenbar auch höchste oberösterreichische Prominenz  Generaldirektor der Energie AG Prof. Ing. DDr. Werner Steinecker MBA beim Bauprojekt mit an Board ist (Angaben ohne Gewähr). Spannend sind auch die Gerüchte um den anschliessenden BH-Parkplatz, der im Besitz der Landesimmobilien Gesellschaft ist (also im Besitz der Steuerzahler), und zum Teil verbaut werden soll. Ob die Beamten Plätze in der neuen Tiefgarage bekommen oder ein Teil der öffentlichen Esplanade-Parkplätze abgezweigt wird bleibt abzuwarten.

Übrigens, wie die Ex-Ministerin und ihre Nachbarn zu der Villa kamen lesen Sie online im Beitrag: „Lacus Felix Reloaded – eine Wohnung für die Ministerin?“

9

Keramikstrasse 10 – Brunner & Pühringer Bauträger GmbH

6 Eigentumswohnungen

Quelle: willhaben.at

Der Bauamt-“Kaiser”

Quelle: SV Gmundner Milch

Um 340.000,- EUR verkauften die Erben die zugewachsene Villa an ein Bauunternehmen aus Neuhofen an der Krems. Nicht schlecht staunte der Bauherr als er gleich im Bauamt darauf hingewiesen wurde, dass er nicht zu hoch bauen darf. Nun glaubt der Leser vielleicht, dass sich tatsächlich das Bauamt um die gesetzliche Geschossflächenzahl sorgt und diese zur Abwechslung ein mal eingehalten werden soll. Falsch gedacht, der Grund wurde im genehmigten Baubescheid angegeben. Der Leser muss wissen, dass der Zuständige in der Bauabteilung gleichzeitig Obmann des Fussballklubs SV “Gmundner Milch” ist. Dieser unterschrieb den Baubescheid i.V. für den Bürgermeister gleich selbst – „Das Areal des Stadtsportplatzes („Sep-Arena“) verfügt über eine Flutlichtanlage die nahezu täglich bis zumindestest 22 Uhr in Betrieb ist.“

Sollten zukünftige Anrainer auf Idee kommen die Lichtemissionen zu beanstanden, konnte es für die „nicht ordentlich genehmigte“ Flutlichtanlage* (Hörensagen) eng werden. (Nichts gegen Fussball!) 

Der Bauherr fügte sich und darf bauen, denn 6 mal ca. 355.000,00 EUR (Preis einer der Wohnungen – 78m2) sind immerhin ein Mindestumsatz von 2.130.000,00 EUR.

Auch sollte man natürlich die geplante Aussicht der “Gmundner Keramik”-Wohnanlage  nicht verbauen – siehe nächster Punkt (10). 

Die mit 1. Oktober 2012 verbindlich gewordene neue ÖNORM O-1052 – Lichtimmissionen dient im Wesentlichen dazu Grenzwerte zu definieren, ab denen unerwünschte Lichteinwirkungen (Lichtverschmutzung) auf Mensch und Umwelt als störend zu beurteilen sind. Erstmalig werden in dieser nationalen Norm, an der neben Lichttechniker sehr wesentlich auch   Biologen, Mediziner, Ökologen und Astronomen mitgewirkt haben, Grenzwerte als Regulativ festgelegt, die im Allgemeinen relativ leicht eingehalten bzw. technisch umgesetzt werden können, in jahrelanger Praxis als absolut tauglich und für alle Betroffenen als zumutbar bezeichnte werden können und die so zur Beurteilung von Lichtimmissionen oder von störenden Lichteinwirkungen herangezogen werden können.

*Auch legt die Norm erstmalig Empfehlungen fest, in wie weit eine Straßenbeleuchtung zu unerwünschten Raumaufhellungen bei Anrainern führen darf, bzw. wie diese zu vermeiden sind. (gilt auch für die Sportplatz-Flutanlage)”

Unklar bleibt ob Herr Laska als Obmann des Fussballklubs handelt oder als Baurecht-Zuständige der Gemeinde?
Siehe auch “Der Bauwahnsinn! – Teil 1 Punkt 4?”

10

Gmundner Keramik – Immobilienspekulation statt immateriellem Weltkulturerbe?

160 Wohnungen geplant

„Luxuswohnungen gibt es in Gmunden „zu Hauf“ – die „Gmundner Keramik“ ist weltweit einzigartig! Lebende Geschichte, Tradition seit Jahrhunderten, Handwerk auf höchstem Niveau, nicht nur im Namen eng mit der Stadt Gmunden verbunden…

Geliebtes Gmunden – überlege dir gut, ob du das für Immobilienspekulanten aufgeben willst? Einmal verlorenes Erbe kehrt nie wieder…“ – schreibt die Gruppe „Gmundner Keramik – Quo vadis?“ auf Facebook.

Im April 2021 wurde die Gmundner Keramik von der UNESCO zum Österr. Immateriellen Kulturerbe erklärt, wer hier also ganze 160 Wohnungen (vor allem auch Zweitwohnsitze) bauen will, muss es ganz geschickt anstellen! 

Grundbuch Gmundner Keramik Areal: Pfandrecht für die Raiffeisen OÖ Höchstbetrag EUR 4.000.000,– EUR

Gmundner Keramik Manufaktur GmbH & Co KG Bilanz 2019: AKTIVA/PASSIVA 5.503.038,11 EUR Bilanzverlust -112.450,01 EUR

Sehr interessant?!

Nur ein paar Wochen nach der UNESCO-Nachricht erscheint in der auflagenstärksten Zeitung ein Artikel mit dem Titel: „ABSCHIED AUS OÖ? Gmundner Keramik könnte bald Umzugskisten packen“ – Grund: mangelnde Unterstützung der Stadtpolitik beim geplanten Neubau und bei Umwidmungen des Firmenareals.

Wer ist da gemeindt? Nicht etwa der türkise Sportbürgermeister, der seit Jahren alle Bauprojekte durchwachelt?!

Wie war das? Mangelnde Unterstützung, obwohl Herr Friesacher (der Eigentümer) ein „ÖVP Kanzler Kurz, Finanzminister Blümel und Großinvestor Benko“-Intimus der ersten Stunde ist?!

Quelle: Kleine Zeitung

Kanzlerfest 2018

Exkurs: Recherche von dossier.at

“Die OMV-Chats: Türkis-blauer Postenschacher im Ölgeschäft”

Die Casinos-Packelei war kein Einzelfall. Volkspartei und Freiheitliche konspirierten 2019 auch rund um die börsennotierte OMV AG. Per SMS dealten Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) mit Aufsichtsratsmandaten und Vorstandsjobs. DOSSIER präsentiert die brisanten Chatprotokolle zum Nachlesen.

“Der umgefärbte Aufsichtsrat”

Dient zur Veranschaulichung, wie wichtig Herr Friesacher im ÖVP-Kanzler-Netzwerk tatsächlich ist. 

“Immerhin ist Friesacher mit Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und dem Immobilientycoon René Benko befreundet. Zudem verfügt er über beste Connections ins Scheichtum Abu Dhabi und ins Finanzministerium, wo die Staatsholding Öbag angesiedelt ist.”

Exkurs: Recherche von dossier.at “Aus dem Luxusleben eines Ölprinzen”

“Laut OMV-Geschäftsbericht 2019 summierten sich Gehälter, Prämien und Bonusaktien für 38 leitende Führungskräfte auf 32,4 Millionen Euro, macht im Schnitt 850.000 Euro pro Nase…” Die Herr Friesacher beim „Game of Thrones“ in der Alpenrepublik verloren hat. Mehr darüber in der Dossier Recherche

Was geht hier vor?! Eine so verdammt gut vernetzte Person kriegt vom ÖVP Bürgermeister keine Unterstützung?

Sind schon wieder die Flutanlage und der nebenan gelegene Stadtsportplatz („Sep-Arena“) im Weg?

Eine Baubewilligung wäre für den Sportbürgermeister kein Pluspunkt bei der Bevölkerung, schon garnicht kurz vor der Wahl…

Doch jetzt kommt ein neuer Artikel bei dem BG Krapf als Retter des Betriebsstandortes suggeriert wird und der Investor als Patriot und kompromissbereit.  OÖ Nachrichten: „Friesacher und die Gmundner Keramik: „Ich bin gekommen, um zu bleiben“„ – „Wir haben uns mit der Gemeinde auf eine Mischform geeinigtaus leistbarem Wohnen, bei dem der Bürgermeister das Vergaberecht erhält, Zweitwohnsitze und Freiverkauf. In Summe wollen wir 160 Wohnungen bauen.

Der Sportbürgermeister hat das Vergaberecht?! für das “leistbare” Wohnen

Wie die vielen Punkte der Recherche “Der Bauwahnsinn” zeigen, könnte das ebenfalls spannend werden.

160 Wohnungen könnten bis zu 50 Mio. EUR Umsatz für Herrn Friesacher bedeuten, das Umlaufvermögen der GM Keramik von 5.5 Mio EUR kann da wohl leider nicht mithalten.

160:0?

Im Firmenbuch ist schon seit längerem Alles vorbereitet

Auch eine neue Firma mit dem klingenden Namen “Gmundner Keramik Zukunft” ist seit März 2020 bereits angemeldet. Spannend ist die Tätigkeitsbeschreibung dieser “futuristischen” Firma. 

Es bleibt spannend…

11

Badgasse 6

8 Eigentumswohnungen

Hier wird derzeit ein Altbau saniert mit dem man sich in der aktuellen Ausgabe vom Gemeinde-Amtsblatt “Mittendrin” rühmt. Wer mit den Ortsplanern auf die Jagd geht, gemeinsam feiert und ein besonders gutes Verhältnis zum kronloyalen Bauauschussvorsitzenden und ÖVP Gemeinderat hat, braucht sich wegen Baubewilligungen und Dachterrassenausbau wohl keine Sorgen zu machen.

Die Bauträgerin ist gleichzeitig Partnerin des Asamer-Immo-Profi in seiner neu gegründeten Firma siehe Punkt 8 

Käufer aus:
Unterach – 1, Gmunden – 2, Katsdorf – 1, Wien -1 (3 Wohnungen noch zu haben)

2021-09-02T10:46:37+00:00
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